Eine Mutter hat nicht zu schlafen

WERBUNG

„Na, schlechte Nacht gehabt? Du hast mega Augenringe!“ Ja, nö, also die habe ich seit einem Jahr. Danke der Nachfrage.

Ich weiß schon lange nicht mehr, wie sich eine Nacht mit Durchschlafen anfühlt. Prinzipiell wünsche ich mir 50 Prozent des Tages ein Nickerchen machen zu dürfen. Geht aber nicht. Denn da war ja was: Ich bin Mutter.

Ich habe mich seit geraumer Zeit (noch immer nicht wirklich) damit abgefunden, dass unsere Nächte mit häufigem Aufwachen gespickt sind. Ich war eigentlich immer der Auffassung, dass mein Kind irgendwann nur zwei bis drei Mal pro Nacht aufwachen würde und ansonsten selig in seinem Bettchen schlafen würde. Das war in der Tat bisher eher eine ziemlich schöne Wunschvorstellung.

Die Realität sieht so aus: Mutter bringt Baby zwischen 19:00 und 21:00 Uhr ins Bett. Mein Baby braucht eine gefühlte – und auch tatsächliche – Stunde bis es schläft. Natürlich nur an Mutters Seite.
Irgendwann versucht Mutter ihr Baby dann in sein eigenes Bettchen zu legen. Mein Kind besitzt jedoch eine eingebaute Wasserwaage, die wirklich mehr als hervorragend funktioniert. Ab einem gewissen Neigungswinkel Richtung Babybett spürt der Zwerg, dass es raus aus dem Eltern- und rein ins eigene Bett gehen soll. 3..2..1..und los geht das liebevolle Gepöbel. Also wieder zurück zu Mutter und weiter mit der Schlafroutine. Meistens liegt mein Baby dann so nach 30 bis 60 Minuten endlich im eigenen Bett.
Und dann geht Mutters Abend los. Aber der hält nicht lange an. Mein Baby ist ja nicht doof. „Mutter, wo bist du? Du lagst eben noch neben mir! Frechheit! KOMM HER!“ Mutter trabt wieder zu ihrem Baby. Kuscheln, lieb haben, Mutter sabbert, Mutter schläft beinah mit ein. Irgendwann geht mein Baby wieder ins eigene Bett damit Mutter noch kurz an einem Stück Schokolade nagen und dabei Windelwäsche (Wir wickeln übrigens mit Stoffwindeln!) zusammenlegen kann. Und dann fängt die Nacht für alle an.

ibdm_eine-mutter-hat-nicht-zu-schlafen-beitragsbild1

Da ich gegen 23:30 Uhr schon kurz vor dem Müdigkeitstod stehe, fällt es mir schwer auch nur daran zu denken, mein Baby alle paar Stunden aus seinem eigenen Bett zu holen, um es wenig später wieder hinein zu legen. Macht von Mutter Natur her halt auch so absolut keinen Sinn in meinem Kopf. Zeige mir mal bitte einer ein Säugetier, das seine Jungen nachts erst einmal zehn Meter von sich entfernt platziert. Kennt da einer eins? Nee? Eben!

Ich hole Baby natürlich zu mir, wenn ich ins Bett gehe. Da sowohl mein Ehemann, als auch mein Kind der Meinung sind, man müsste sich im Bett mehr als doppelt so breit machen als der eigene Körper eigentlich hergibt, habe ich es häufig nicht so leicht. Und das, obwohl wir auf 2 x 2 Meter schlafen. ZWEI MAL ZWEI! Endlich weiß ich, wie sich Sardinen in ihrer Büchse fühlen. Ich habe aufrechtes Mitleid mit den armen Dingern.

Ich habe ja sowieso den leichtesten Schlaf der Welt. Es muss nur irgendwo eine Fliege summen und ich bin wach. Klingt witzig, ist es aber nicht. Da rollt sich dein Baby mal eben von A nach B und klatscht dir mit der kleinen Patschehand in dein Gesicht und schon bist du wieder im Hier und Jetzt. Oder dein Ehemann ist der Meinung, dich mit seinem Ellenbogen erschlagen zu müssen. Wie schlafen andere Menschen bloß? Ist mir ja ein absolutes Rätsel.

Wenn ich nicht gerade von umherfliegenden Extremitäten (nein, nicht Exkrementen!) aus meinem Schlaf gerissen werde, dann meistens, weil mich mein Mutterinstinkt zu Tode erschrecken will. Ehrlich, der ist bei mir ziemlich evil programmiert. Ich wache mindestens zwei Mal pro Nacht nur deshalb auf, weil ich denke, mein Kind würde jeden Augenblick vom Bett rollen. Dann schaue ich mich halb-panisch um und stelle fest: liegt immer noch da, wo ich es zuletzt gesehen habe.

ibdm_eine-mutter-hat-nicht-zu-schlafen-beitragsbild2

Halten wir also fest: Mutter wacht mehrmals auf, weil sie beinah erschlagen wird. Mutter wacht mehrmals auf, weil die Helikopter-Mutter in ihr durchkommt. Und Mutter wacht alle zweieinhalb Stunden auf, weil ihr Baby sich denkt: „Mutter, lass mir mal an die Theke! Mit einem warmen Schluck Milch und Geschmuse an der warmweichen Brust schläft es sich einfach drölfmal viel besser als wie ohne.“ Und als ob ich da jetzt „Nee!“ sage.

Ich habe ja wirklich (nicht) lange überlegt, ob ich den Zwerg nicht einfach herumtragen sollte. Aber mal im Ernst: Ich stehe doch nicht noch völlig übermüdet gefühlte einhundert Mal pro Nacht auf. Auf gar – keinen – Fall ! Außerdem darf ich ganz offen und ehrlich gestehen, dass das nächtliche Schmusen die schönste Sache auf der ganzen Welt ist. Natürlich nagen diese beinahe schlaflosen Nächte des Öfteren am Nervenkostüm. Aber irgendwann wird die Zeit kommen, da wird dieses kleine Wesen seine Mutter nicht mehr so intensiv brauchen. Und ich fühle jetzt schon, dass ich mich dann heulend wie ein Schlosshund an diese Zeiten zurücksehen werde.

Und bis dahin: viel Mittagsschlaf, viel Sonnenbrille tragen und viel Schokolade!

In diesem Sinne,
gute Nacht!

Deine Mutter

PS: Wir schlafen übrigens auf der niegelnagelneuen eve-Matratze. Die gibt es seit kurzem extrem babyfreundlich als „Made in Germany“. Schläft sich träumchenhaft! Danke liebes eve-Team für die riesige Schlafgelegenheit! <3


Headerfoto & Beitragsfotos: Marie L.