Gladiatorenkampf im Badezimmer

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Ein Zahn! Oho, was habe ich mich über den ersten Zahn meines Kindes gefreut. Erinnerst du dich auch noch an den ersten Zahn deines Kindes? Das erste Lächeln mit einem kleinen Tic Tac im Mund. Igitt. Das war so schön. (Wenn es dir noch bevorsteht: Freu dich drauf! Hihi.)

Zahn. Zähne. Zahnbürste! Die Beißerchen wollen ja auch geputzt werden. Nicht mehr nur Windeln wechseln und ununterbrochen stillen.
Klar, ich bin die Mutter, ich habe mich belesen. Und lesen tust du vieles, wenn du dich mit Zahnpflege deines Kindes befasst. Die einen schwören auf die günstige Kinderzahnbürste vom Discounter, die anderen auf das High End-Gerät mit Vibration – also ehm, die elektrische Zahnbürste. Mir war klar: Am besten komme ich an die Zähne meines Kindes, wenn ich mich quasi selbst im Mund befinde. Leider ist es ziemlich kompliziert mit Kärcher, Wischmob und Co. in einen kleinen Kindermund zu kriechen. Ich war absoluter Fan von dem Gedanken ein fingerähnliches Zahnbürstengerät auszuprobieren, und zwar: den Fingerling. Quasi eine Noppensocke für den elterlichen Zeigefinger. Mit meinem Finger bin ich wendig und komme gut in so einem kleinen Mund zurecht. Dachte ich mir zumindest. Blöd nur, wenn du nicht daran gedacht hast, wie dein Kind mit dieser Situation umgeht. Mein Kind kaut unfassbar gern auf allem herum, was es finden kann. Auf wirklich allem. Zeitweise auch auf den eigenen Zehen. Aua.

Ich kam also mit meinen coolen Öko-Zahnreinigungs-Fingerlingen an und legte los mit meinem Versuch, dem Zwerg die Mundhöhle pikobello rein zu putzen. Und mein Kind so? „Ja, cool, Mama! Was Neues zum drauf herumkauen.“ Dieses kleine Menschenwesen ist da ähnlich wie mein Hund als junger Welpe: nagen, kauen, beißen. Wenn das aber dein eigener Finger ist, der da gerade vom gefürchteten Kinderkiefer bearbeitet wird, dann ist das irgendwie nicht mehr so witzig. Wie fies kann so ein kleines Wesen zubeißen? Ich habe keine Worte dafür. Du sollst nur eins wissen: Es gab Schwerverletzte. Quasi abgebissene Finger. Ja, das tat wirklich weh. Ich habe es ein oder zwei Mal probiert, aber no way! Ich war sowas von raus bei dem Versuch mit den Fingerlingen. Scheinen tatsächlich nur Noppensocken für die Finger zu sein. Oder so. Zumindest nichts für unseren Haushalt.

Next Try: Zahnbürste. Das wird sicherlich klappen. Mein Kind weiß ja, was gut ist. „Und jetzt mal mal Aaaa!“ …. oder auch nicht. Klar, wenn es die Zahnbürste selbst halten darf, dann ist das Teil ziemlich cool. Man kann darauf herumkauen, man kann damit den Boden putzen oder sich beim Wickeln den Genitalbereich damit reinigen. Absolut sinnvolle Idee, so eine kleine Genitalreinigungsbürste. Ich fühle da eine Marktlücke! Okay, Genitalreinigungsbürste sollte dann aber nicht unbedingt mit der Mundhygiene kombiniert werden.

Natürlich wollte ich dann doch irgendwann die Macht haben. Die Macht über die Zahnbürste. Und wenn ich versuchte, die Macht an mich zu reißen, war das Gebrüll groß. Echt ziemlich blöd, wenn Mama die (mittlerweile) sechs bis sieben Reißzähne säubern will. Ich sag’s wie es ist: Ein Gladiatorenkampf ist absolut nichts dagegen. Harmlos. Nahezu lächerlich.

Das Bad, die Gladiatorenarena. Eine Mutter, bewaffnet mit nichts als ihren Händen. Ein Kleinkind mit einer Zahnbürste. Es herrschte absolute Stille unter den (nicht vorhandenen) Zuschauern. Schweißperlen auf der Stirn der Mutter. Ein fast wahnsinniges Funkeln in den Augen des Kindes, das die Zahnbürste kurz vor dem Angriff mit Speichel befeuchtete. Und dann holte es aus. Die Mutter versuchte auszuweichen, doch die Zahnbürste traf ihr Schlüsselbein. Ein weiterer Hieb und das Kind traf die Wange. Schwere Verletzung. Die Mutter nahm all ihre restliche Kraft und entriss ihrem Kind mit einem einzigen Schwung die Waffe. Ich hatte sie, die Zahnbürste. Ich war sowas von bereit die Waffe einzusetzen. Ich holte aus, ich schrie „AAaaaaaaa!“ und ich traf… auf einen geschlossenen Mund. Die Zahnbürste prallte an den steinharten Lippen meines Kindes ab. Keine Chance. Ich wiederholte meinen Angriff. Doch irgendwann gab ich schweißgebadet auf. Sieg! Mein Kind hatte gesiegt.

Ja, so in etwa sieht fast jeder Morgen und jeder Abend bei uns aus. Manchmal, wenn ich wirklich lustig bin oder mein Zwerg einen wirklich guten Tag hat, dann habe ich Glück. Dann wird einfach so die Luke geöffnet und ich darf mit der Putzkolonne durch. Meistens aber haben wir unseren Kampf bis aufs Blut.

Wie heißt es so schön: „Jedes Kind kostet einen Zahn.“ Wenn es danach ginge, müsste ich schon drei Zwerge versorgen. Ist aber nicht so. Verarscht hat mein Gebiss mich. Frechheit! Bei Zähnen hört der Spaß aber auf. Nun ja, da mir das eine oder andere Stück Gebiss schon fehlt, achte ich natürlich penibel auf Mundhygiene. Irgendwann hat mir der Zahnarzt meines Vertrauens gezwitschert, dass elektrische Zahnbürsten das Nonplusultra sind. Ich war ja immer sehr altmodisch. Die Gute alte Zahnbürste und immer schön kreisen. Aber wenn Onkel Doktor sagt, dass das so viel mehr Sinn macht, dann vertraue ich ihm da. Der Mann werkelt an meinem Mund herum. Näher kann man sich nicht stehen. Ich habe mich also für den Kauf einer elektrischen Zahnbürste entschieden. Und ja, ich war absolut begeistert mit dem Ergebnis. Und da dachte Mutti sich natürlich: Was Mutti gut tut, tut auch Kind gut. Also lange belesen und zu dem Schluss gekommen: Kind, auch du brauchst eine Elektrische!

Na, schon einmal die Borsten der Zahnbürste deines Kindes angeschaut? Die waren bei uns mega fusselig und bäh. Dadurch, dass der Zwerg sich ja leider denkt, dass man damit gefühlt alles putzen darf, wirkte die Zahnbürste leider wenig hygienisch auf mich. Silikon lässt sich ja wahrlich super reinigen. Habe ich bei jeglichem Beißspielzeug meines Kindes feststellen dürfen. Und ziemlich strapazierfähig ist es auch noch. Deshalb hat Mutter sich belesen und ist dabei auf die ISSA mikro von FOREO gestoßen. Alles Silikon, viel elektrisch und der Zwerg findet es affengeil. Ehrlich, wenn wir mit der neuen Zahnbürste anrücken ist die Aufregung riesig. Da wird schon ordentlich gezappelt. Und bei der elektrischen Zahnbürste habe ich halt wenigstens ein bisschen das Gefühl den Mundraum meines kleinen Zappelgetiers sauber zu bekommen.

Ja, Zähne putzen will gelernt sein. Deshalb nicht gleich den Kopf hängen lassen, wenn dein Kind anfängt wie ein Irrer zu brüllen und sich weigert, den Mund zu öffnen. Viel Vormachen, viel Üben, viel Geduld. Es darf auch mal fünf Minuten dauern, bis das kleine Wildgetier den Mund öffnet. Ich denke mit der Zeit wird auch mein Kind verstehen, dass eine Zahnbürste nicht nur zum drauf herumkauen oder Abstechen gedacht ist. Ich bin positiver Dinge.

In diesem Sinne,
möge die Zahnbürste mit dir Sein!

Deine Mutter