Hallo, ich bin deine Mutter.

Und da bin ich. Rund ein Jahr nach der Entbindung meines Babys. Und frage mich immer noch: Wie zur Hölle machen die das alle?

Gefühlt liege ich immer noch im Wochenbett und schaffe es nicht mal im Traum täglich meine Haare zu kämmen. Aber zum Glück findet mein Mann Vogelnest ziemlich gut. Und mein Kind liebt mich auch mit Achselschweiß. Oder gerade deswegen.
Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal (durch)geschlafen habe. Aber Augenringe sind ja auch irgendwie erotisch. Sie betonen den lasziven Schlaf(zimmer)blick.

Den Moment, in dem ich zur Pilates-Mutter mit fünf gesunden Smoothies pro Tag und perfekt aufeinander abgestimmten Klamotten hätte mutieren sollen, habe ich irgendwie verpasst. Stattdessen gilt meine Freizeit dem Mittagsschlaf und dem gezieltem Vernichten von Kaubonbons.

Brüste heißen jetzt Milchbar, Stuhlgang nenne ich Kacka und jegliche Nahrungsmittel gibt es irgendwie nur noch in Breiform oder so weich, dass sie sich in jede Rille schmieren lassen.

Eigentlich hatte ich mir jeden Monat aufs Neue vorgenommen einen Rückbildungskurs zu machen. Eigentlich… Und eigentlich wollte ich jeden Monat ein total aufwändiges Foto von meinem Kind machen. Eigentlich… Und eigentlich wollte ich tagtäglich etwas unternehmen, überall mit meinem Baby hin und tolle Mutti-Kurse besuchen. Eigentlich
Prinzipiell steht das auch alles immer noch auf meiner endlos langen To Do-Liste als frischgebackene(!!!) Mutter. Ich lasse es euch wissen, wenn ich dafür jemals Zeit in meinem chaotischen Alltag gefunden habe.

Hach, der chaotische Alltag. Wie schon erwähnt, möchte ich ja eigentlich ganz viel erledigen. Und dann lande ich in meinen fünf freien Minuten doch des Öfteren auf sozialen Netzwerken. Und dort sind sie dann: Mamas, deren Tage offenbar mehr als 24 Stunden haben, deren Kinder viel schlafen und scheinbar alles mitmachen. Ich bin absolut beeindruckt von diesen High-End-Müttern und ziehe meinen Hut. Manchmal wäre ich gern wie sie. Aber dann blicke ich in das Gesicht meines Babys und bin enorm glücklich mit meiner Art von Mutterleben: überquellender Wäschekorb, viel zu lascher After-Baby-Body und jeden Tag mit dem schönsten und liebevollsten Baby der Welt.
Und da ich nun nach rund einem Jahr gefühlt immer noch wie am ersten Tag nach der Entbindung meines Kindes herumlaufe, habe ich mittlerweile einfach das Gefühl, dass ich bestimmt nicht die einzige Mama bin, bei der es perfekt unperfekt läuft. Und genau für diese Sorte Es ist halt so, wie es ist-Mamas will ich jetzt da sein.

Hallo – ich bin deine Mutter und das ist mein Blog.

 

 


Headerfoto: Marie L.

3 Replies to “Hallo, ich bin deine Mutter.”

  1. Beruhigend, dass es noch andere Mamas da draußen gibt, die ebenfalls nicht perfekt sind und es nicht allen Recht machen… Und dabei auch noch blendend aussehen!

    Ich freue mich auf die nächsten Beiträg!

    Jessica von Stoffwindelliebe

  2. Erstmal gleich über Facebook abboniert… Mir geht es nicht anders (beim Rückbildungskurs war ich aber 6x, dank meinem Mann!).
    Einmal (!) hat jemand was gesagt zu meinem Wäschekorb, den habe ich dann gebeten einen Termin zu machen wenn er die Wohnung anschauen will. Wenn er uns besuchen will ist er aber jederzeit willkommen. Seitdem kam nie wieder etwas. 😀

    Der Beitrag ist so wunderbar ehrlich. Ich freu mich auf deinen Blog,

  3. Danke. Das tut grade wirklich gut.
    Ich stecke aktuell grade so als Mutter, Ehefrau und ich fest, weil hier so mal alles gleichzeitig ist und ich hier ein knuffiges Knatschipü habe, das bisweilen mit seinen ganzen neuen Gelernten ein wenig überfordert ist. Zwischendrin hatte er so viel Tempo, dass selbst ich ausgestiegen bin, die ihn normalerweise 24 Stunden am Tag um sich hat.
    Werde mal weiterlesen gehen.

    Gruß Seana

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