O’zapft is: Über Milchbildung

Es war Sommer also und die Mutter hatte echt Hitze. Und dann war das bei der Affenhitze nämlich so:

An diesem Tag möchte ich mich eigentlich so gar nicht bewegen wollte. Mit Baby ist das jedoch irgendwie schwierig. Das Kind soll ja auch an die frische Luft. Bei 35 Grad Außentemperatur ist so ein Spaziergang am Mittag aber auch nicht gerade das Nonplusultra.

Mein Baby hat ja aber Großeltern. Dafür danke ich Mutter Natur an dieser Stelle. Und glücklicherweise haben diese einen Garten. Dort steht den Sommer über ein großer Laufstall – quasi ein Außengehege für das Baby. Mutter und Kind also hin da.

Natürlich findet mein Kind Laufstall so richtig schön beschissen. Wie also das Kind im Laufstall lassen und trotzdem gute Laune beibehalten? Korrekt, die Mutter darf mit hinein. Und nun stell dir vor, du purzelst eine Stunde mit aktivem Baby durch solch einen Laufstall, bei – immernoch – 35 Grad. Ein Wort: Schweiß. Im Überfluss. Klingt unangenehm, ist es auch. Und wenn der Körper so vor sich hintranspiriert, dann verlierst du Flüssigkeit. Und da kommt er, dieser Durst. So a scheenes Radler, desch wär jetsch wasch! Geht aber nicht, weil wegen Alkohol. Wie schön, dass es eine Alternative ohne Alkohol gibt. Richtig, wir sprechen hier von alkoholfreiem Bier.

Wo waren wir? Ach ja, ich habe Durst. Da gönne ich mir doch glatt einmal kühles alkoholfreies Bier. Recht viel davon. Der Tag ist schließlich noch lang und der Zwerg scheint in schier endloser Bambule-und-Randale-Laune. (Wo hat dieses Kind bloß so viel Energie her? Von mir jedenfalls nicht!)

Nach etlichen Rollen durch das Außengehege und noch mehr alkoholfreiem Bier haben wir an diesem heißen Tag dann auch endlich den Abend erreicht und… Halt, stop, irgendetwas ist gerade anders! Zwar stille ich viel, aber es kommen doch auch mal Pausen vor. Und in einer dieser Pausen muss ich unbemerkt bei Doktor Busenwunder gewesen ein. Brüste! Hilfe, ich habe Brüste! Sicher, die sind mir vorher schon aufgefallen. Heute jedoch fühlen sie sich an wie am ersten Tag des Milcheinschusses oder gar praller. Ich sag nur: Kling Glöckchen, kling!

Für die stillende Brust von heute gibt es diese enorm unerotischen Stilleinlagen. Prinzip ist quasi wie bei der Slipeinlage, die Dinger saugen Flüssigkeit auf. Bis zum jetzigen Zeitpunkt war ich – gottseidank – eigentlich nur noch selten darauf angewiesen. Heute jedoch gibt es eine gefühlte Sintflut. Milchflut! Die Milchstraße ist ein Witz dagegen.

So viel Brüste! So viel Milch! Zu Hilf! Habe ich etwas verpasst? Was habe ich denn in den letzten 24 Stunden alles gegessen? Und wie soll ich mich bei dem Gefresse bloß an alles erinnern? Als Mutter weißt du nämlich nach diversen Recherchen und Hinweisen der Hebamme deines Vertrauens, dass manche Lebensmittel milchbildend und andere milchhemmend sind.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie meine Hebamme kurz nach dem Milcheinschuss zu mir sagte, dass ich auf gar nicht keinen Fall Stilltee trinken solle, weil ich sonst gefühlt Zwillinge oder gar Drillinge ernähren können würde.

Bier. Bier? BIER! Die ominöse Suchmaschine aus dem Internet hat mir soeben bestätigt, dass so ein (alkoholfreies) Bier eines der besten Nahrungsmittel ist, um dich zur Milchstraße mutieren zu lassen. Krösus, wieso in drei Gottes Namen sagt mir das als stillende Mutter denn keiner?

Ja, geil. Endlich eine Milchlieferung für drei. #oops Und wohin damit? Glücklicherweise ist mein Kind ein absoluter Schluckspecht, äh, also ein absolutes Stillkind. Ich sage nur: Druckbetankung. Der erste Absturz also mit unter einem Jahr. Ich denke, das können nicht viele von sich behaupten. Möglicherweise habe ich ja Glück und brauche als Mutter dann keine Saufgelage miterleben, wenn mein Kind 18 wird. Der erste Absturz ist zu dem Zeitpunkt dann schon längst Geschichte.

Solltest du also Probleme bei der Milchbildung haben, Mutter kann dir wärmstens alkoholfreies Bier oder Malzbier ans Herz legen. Schmeckt halt auch viel besser als so ein Stilltee.

In diesem Sinne,
proscht und lass es dir schmecken!

Deine Mutter


Headerfoto: Nadine Kunath

One Reply to “O’zapft is: Über Milchbildung”

  1. […] einem Level. Tut mir leid, ich kann das Kind nicht über meine Boobs stellen. Die Sorge vor einem Milchstau ist zu groß. Als ob die blöde Handpumpe mir mein Leben retten könnte. Ich werde den Milchstautod […]

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